Mittwoch, 28. September 2016

Klassiker-Tag

Die liebe Sophie von VersTand.Booktube hat mich getaggt. Und wenn es um Klassiker geht, kann ich natürlich nicht nein sagen. Gleich vorneweg: wer will, kann den Tag ebenfalls beantworten. Wenn ihr es tut, lasst mir doch bitte euren Link da, damit ich eure Antworten auch lesen kann. Nun aber zu den Fragen:

1. Liest du auch heute gerne noch Klassiker oder sind sie ein Übel, das du mit deiner Schulzeit hinter dir gelassen hast?

Ich liebe Klassiker und sie machen den größten Teil der Bücher auf diesem Blog aus. Allerdings muss man meine damalige Schullektüre ganz klar von meiner Freizeitlektüre abgrenzen. Zwar habe ich früher schon Klassiker gelesen, doch handelte es sich dabei um Abenteuerklassiker von Alexandre Dumas oder Jack London. Mir fehlte damals der Zugang zu den deutschen Klassikern, weshalb ich in der Schule leider noch keinen Spaß mit der Schullektüre hatte. Zudem habe ich generell Probleme mit Lektüre, die ich lesen „muss". Also ja, ich lese sie heute noch gerne und ja, in der Schule waren sie trotzdem ein Übel.

2. Warum Klassiker (oder warum eben nicht)?

Ganz einfach: Klassiker haben mich in den seltensten Fällen enttäuscht. In der Regel bin ich sowohl von der Schreibweise als auch von der Geschichte selbst so begeistert, dass ich keinen Anlass dazu sehe, das Genre zu wechseln. In den anderen Genres sieht das schon wieder anders aus. Im Vergleich zu Klassikern finde ich heutige Bücher teilweise auch etwas plump und lieblos geschrieben. Ihnen fehlt (in meinen Augen) oft das gewisse Etwas. 

3. Drama oder Epik (oder Lyrik)?

EPIK. Ich liebe es, mich in Texten zu verlieren, hineinzufallen und das Gefühl zu haben, so richtig in der Handlung zu versinken. Das gelingt mir am einfachsten mit epischen Texten. Dramen mag ich zwar auch, aber der Zugang ist dort nicht ganz so emotional und fesselnd wie bei epischen Texten. Mit Lyrik tue ich mich schwer. Es gibt zwar Gedichte, die ich mag. Aber es gibt kaum bis keine Momente, wo ich mir bewusst Zeit für lyrische Texte nehme.

4. Deutsche Klassiker oder Klassiker aus anderen Ländern?

Ich bin da relativ offen. Wie oben schon erwähnt habe ich meine Vorliebe zu Klassikern ja erst durch Klassiker aus anderen Ländern entdeckt. Mittlerweile lese ich mich aber gerne querbeet durch alle Klassiker, unabhängig von der Nationalität des Autors. In der Regel lese ich vor allem Klassiker von bekannten Autoren. 

5. Klassiker im Original lesen?

Ohje, leider nein! Ich mache es mir doch sehr einfach und lese am liebsten jedes Buch auf Deutsch. Meine Englischkenntnisse würden mich zwar durch ein Buch bringen, aber da Klassiker oft schwieriger geschrieben sind, wäre das eine sehr langfristige Aufgabe, bei der ich wohl ziemlich schnell die Lust verlieren würde. 

6. Achtest du darauf, welche Übersetzung du liest?

Nein, gar nicht. Wie auch? Manche Bücher sind spontane Flohmarktkäufe oder Geschenke. Zudem fehlt mir das Wissen um gute Übersetzungen und Übersetzer. Bis jetzt ist mir auch noch nichts Negatives in dieser Hinsicht aufgefallen, was mich dazu bewogen hätte, mich mit Übersetzungen auseinanderzusetzen. Woher soll ich, ohne das Original zu kennen, wissen, ob die Übersetzung schlecht ist oder das Buch? In der Regel schließe ich auf Letzteres. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, probiere ich ja nicht erst einmal alle anderen Übersetzungen aus. So viel Zeit und Interesse habe ich nicht. 

7. Hast du eine Lieblingsepoche?

Auch nein. (Ich beantworte alle Fragen mit „nein", darf ich trotzdem bekennende Klassiker-Leserin sein?) Ich richte mich nicht nach Epochen, die waren mir sowieso schon immer suspekt, sondern nach Autoren und Titeln. Zumal viele Autoren, darunter auch Goethe, ja auch epochenübergreifend schreiben. Mein Halbwissen über Literaturepochen verdanke ich sowieso erst meinem Germanistikstudium. An sich sind Epochen schon ein interessantes Feld, aber sie spielen bei meinen Leseentscheidungen keine Rolle. Obwohl... gerade Bücher aus dem Expressionismus und der Zeit danach meide ich bei privater Lektüre instinktiv...

8. + 9. Hast du einen Lieblingsklassiker und einen Lieblingsautoren?

Hier mache ich es wie Sophie und beantworte beide Fragen zusammen. Ebenso wie Sophie kann ich mich nicht auf einen Titel und einen Autoren einigen, deswegen hier meine kleine Auswahl:
Goethe: „Die Leiden des jungen Werthers" und „Reineke Fuchs"
Alexandre Dumas: „Die drei Musketiere" und „Zwischen Krone und Schafott"
Jack London: „Der Ruf der Wildnis" und „Wolfsblut"
Thomas Mann: „Buddenbrooks"
Lew Tolstoi: „Anna Karenina"
Gaston Leroux: „Das Phantom der Oper"
Ich hätte am liebsten noch mehr hingeschrieben, aber irgendwann muss auch einmal gut sein. 

10. For fun or for real?

Dass ich eine „Laienleserin" bin, habe ich oben ja schon gezeigt. Deswegen gestehe ich hier und jetzt: ich lese Klassiker ausschließlich aus Spaß an der Freude. Notizen? Bloß nicht. Haufenweise Klebezettel? Nein danke. Ausführliche Analysen? Hilfe! Wenn ich ein Buch gelesen habe, erfahre ich hinterher zwar gerne etwas über die Interpretation und die Geschichte des Textes, aber ich gehe nicht akribisch auf die Suche. Wenn es sich ergibt, dann ist das super, wenn nicht, dann nicht.

  
So das waren meine (un)spektakulären Antworten. Falls ihr den Tag macht, Link da lassen, wenn nicht, dann erzählt mir doch wenigstens, was eure Lieblingsklassiker oder -autoren sind. Ich würde mich freuen!

Montag, 19. September 2016

„Der scharlachrote Buchstabe" von Nathaniel Hawthorne

Inhalt:

Hester Prynne ist gezeichnet: sie trägt ein scharlachrotes „A" auf der Brust, dass sie als Ehebrecherin brandmarkt. Dieses Zeichen wäre kaum notwendig gewesen, denn sie trägt einen weiteren Beweis mit sich herum - ein kleines Mädchen. Fortan führt Hester Prynne ein Leben im Abseits. Doch es gibt noch zwei weitere Menschen, deren Schicksal an dem von Hester hängt: ihr Ehemann und der Vater des Kindes.

Meine Meinung:

Eine Tat hat das ganze Leben von Hester Prynne, ihrem Ehemann und ihrem Liebhaber auf den Kopf gestellt. Inmitten einer strengen puritanischen Gesellschaft in Amerika gilt Ehebruch als fürchterliches Verbrechen, das einem, sofern es entdeckt wird, für den Rest des Lebens begleitet. Hester Prynne muss sich mit ihrem Schicksal abfinden und das Beste daraus machen. Doch eines weiß sie mit Sicherheit: den Vater des Kindes verrät sie nicht.

Dem Leser ist eigentlich schon fast am Anfang klar, wer der Vater des Kindes ist. In dieser Hinsicht bietet diese Erzählung keine Spannung. Was die Aufmerksamkeit des Lesers fesselt, ist letztendlich die Tatsache, wie Hester als auch ihr Liebhaber mit dem Schicksal fertig werden und wie sie ihr Leben mit dieser Schuld meistern. In der strengen Zeit der Puritaner ist das alles andere als einfach. Während Hester für alle sichtbar gebrandmarkt ist und so zur Aussätzigen der Gesellschaft wird, muss der Vater des Kindes mit Schuldgefühlen leben, die ihn zu einem menschlichen Wrack machen. Erschwert wird die Situation durch den wieder aufgetauchten Ehemann, der als Racheengel oder, man möchte beinahe sagen, „Teufel" sein Unwesen treibt.
Insgesamt lastet der ganzen Erzählung dadurch und durch die strenge Sittenmoral der frühen Zeit eine niederdrückende Stimmung an. Ruhig und tiefsinnig schildert Nathaniel Hawthorne die Gedankengänge und Empfindungen seiner Protagonisten. Die Sätze fallen dabei teilweise recht verschachtelt aus, beweisen aber, wie sehr Hawthorne das sprachliche Handwerk beherrscht.

Ein fast magisches Moment bringt die Tochter Hester Prynnes, genannt Pearl, ins Spiel. Im Gegensatz zu den anderen Kindern in ihrem Alter scheint sie ein Wissen und eine Gedankenwelt in sich zu vereinen, die teilweise recht gruselig anmuten mag. Mit ihren Launen und ihren durchdringendem Blick macht sie ihrer Mutter das Leben nicht ganz einfach und nicht nur Hester sondern auch der Leser fragt sich, ob Pearl Segen oder Fluch ist.

Wer es schafft, sich in diese tragische Geschichte hineinfallen zu lassen, erlebt wahren Hochgenuss. Viel Handlung und Spannung darf man jedoch nicht erwarten. Es zählt zu den eher ruhigen Erzählungen, die vor allem durch die Atmosphäre leben. Ich für meinen Teil war jedoch positiv überrascht und richtiggehend gefangenommen. Dies gilt aber nur für die eigentliche Geschichte. Die Einleitung „Das Zollhaus", welches das Buch als wahre Geschichte einordnet und versucht, der Erzählung einen realen Rahmen zu geben, fand ich zu Anfang etwas mühsam und leider auch uninteressant.

Fazit:   Empfehlenswert

Abgesehen von der Einleitung „Das Zollhaus" bietet diese Erzählung eine interessante Geschichte, eingebettet in eine wunderbar düster gezeichnete Atmosphäre. Die Sprache ist relativ verschachtelt, die Handlung ist eher träge. Man muss Interesse an den Schicksalen der Personen aufbringen und sich in die damalige Zeit hineinversetzen können, um das Buch in vollem Umfang zu genießen. Für mich war diese Erzählung ein absoluter Lesegenuss.


Mittwoch, 14. September 2016

Zwerghamsterspecial: Der Widerspenstigen Zähmung


Das ist wohl die Traumvorstellung eines jeden (zukünftigen oder momentanen) Zwerghamsterbesitzers: der Zwerghamster sitzt friedlich und entspannt auf der Hand und ist weder bissig noch scheu. Gut, ein wenig gestellt ist das Foto schon. Meine kleine Dsungarin ist so flink, es bedarf einer Menge Fotos, bevor das Bild halbwegs unverwackelt ist. Dennoch - alles in allem bin ich sehr zufrieden, wie gut wir beide miteinander klarkommen. Manchmal kann ich das kaum glauben, der Anfang sah nämlich ein bisschen anders aus...

Als ich sie bekommen habe und aus der Transportbox in den Käfig gehoben habe, schien alles super zu werden. Sie biss nicht, sondern war nur (selbstverständlich) etwas ängstlich. Doch es zeigte sich schnell, dass ich eine sehr neugierige Zwerghamsterdame erwischt hatte, die, wenn ich die Hand in den Käfig steckte, sofort herkam - schnupperte - und hineinbiss! Am Anfang war es ein leichtes Anknabbern, ich möchte sagen, ein Testen, ob ich schmecke. Doch dann schien sie anscheinend immer noch nicht genau zu wissen, was sie von meiner Hand halten sollte - und biss beherzt hinein! Und ja, ein Zwerghamsterbiss kann weh tun! Zunächst dachte ich, das würde sich mit der Zeit von selbst legen. Nach mehrmaligem Versuchen schien aber keine Besserung in Sicht. Ich versuchte es weiter, legte Futter auf meine Handinnenfläche und hoffte, sie würde auf meine Hand steigen. Tja, weit gefehlt. Sie ging zielstrebig auf meine Finger zu und zeigte mir auf schmerzhafte Weise, was sie von meiner Idee hielt. 
Ich gebe es offen zu: ich war enttäuscht. Tief im Inneren wünscht man sich ja doch, den Zwerghamster streicheln und hochheben zu können. Ich befragte Google und probierte ein wenig rum. Zunächst zog ich mir einen ausgepolsterten Handschuh über. Angeblich würden sich Hamster beruhigen, wenn sie sich erst einmal „ausbissen". Fazit: es hat nicht funktioniert. Der Handschuh wirkte noch viel einschüchternder als meine Hand. 
Dann entdeckte ich einen entscheidenden Hinweis: viele Zwerghamster beißen oft nur im eigenen Revier, außerhalb ihres Käfigs wäre es bei vielen keinen Problem sie hochzuheben. Klang plausibel, also probierte ich es aus. Und tatsächlich: im Auslauf konnte ich meine kleine Dsungarin tatsächlich hochheben. Zwar hat sie da auch ein- oder zweimal geknabbert, wenn ich ihr zu aufdringlich wurde, aber gebissen hat sie nie. Anfangs waren die Ausflüge in den Auslauf ziemlich kurz. Sie schien mir doch sehr nervös. Ich blieb aber konsequent und gab ihr immer ein wenig Futter, damit sie sich beruhigt. 
Mit dieser Situation hätte ich eigentlich ganz gut leben können, aber irgendwie war ich doch neugierig, ob ich nicht auch das „Käfigbeißen" loswerden könnte. Im Internet las ich, dass es sinnvoll sein kann, dem Zwerghamster die Faust hinzustrecken. Da ist die Angriffsfläche zum Beißen einfach nicht so gegeben wie bei einem einzelnen Finger. Dies brachte mich auf folgende Idee: ich könnte ihr ja den Handrücken hinhalten und meine Finger einfach einziehen und so vor ihr verstecken. Siehe da - auch das klappte! Von nun an nahm ich sie immer auf diese Weise aus dem Käfig und - ebenfalls wichtig! - setzte sie auch, wenn sie auf meiner Handinnen(!)fläche saß, wieder zurück in den Käfig. Damit hatte ich die positive Erfahrung (für uns beide) geschaffen, dass sie im Käfig auf meiner Handfläche saß.
Zusätzlich streichelte ich sie viel, wenn sie im Käfig saß und beispielsweise gefressen hat. Gegen das Streicheln hatte sie schon relativ früh nichts dagegen. So konnte sie sich immer mehr an mich gewöhnen. Irgendwann probierte ich es dann wieder: ich legte meine Handfläche in den Käfig und endlich gelang es: sie biss nicht mehr! 
Mittlerweile kann ich doch behaupten, dass sie mich anscheinend in ihr kleines Zwerghamsterherz geschlossen hat. Zumindest scheint sie mich akzeptiert zu haben und hat nun verstanden, dass man die Hand, die einen füttert, doch bitte nicht beißt. Schließlich kann so eine Hand auch ziemlich praktisch sein.


Ich bin sehr froh darüber und möchte allen, die ein ähnliches Problem haben, dazu raten, nicht aufzugeben sondern nach und nach das Vertrauen des Zwerghamsters zu gewinnen. Mit Geduld und Liebe ist vieles machbar.
Trotzdem möchte und muss ich an dieser Stelle aber eines klarstellen: Es KANN auf meine Weise funktionieren, MUSS es aber nicht. Wer sich einen Hamster zulegt, muss wissen, dass es auch Tiere gibt, die NIEMALS zutraulich werden. Es ist dann eben so. Trotzdem darf man seinem Tier die Liebe nicht versagen. Wer einmal die Verantwortung für das kleine Tierchen übernimmt, muss diese dann auch einhalten, bis der Hamster einmal das Zeitliche segnet. Selbst wenn der Hamster zwickt und beißt!

Mittwoch, 7. September 2016

Classic Confessions #15: Was ist dein Lieblingszitat aus einem Klassiker und warum?

Eine sehr schöne Frage, aber für mich gar nicht so leicht zu beantworten. Warum? Weil ich tatsächlich, obwohl ich mir eigentlich keine Zitate aufschreibe und auch keine Zitatsammlerin bin, 3 Bücher hier liegen habe, die Zitate enthalten, die ich auswendig kann und die sich somit irgendwie in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Jetzt nur eines auszuwählen wird schwer, deswegen schummel ich ein bisschen und präsentiere euch alle und verrate euch auch, warum sie so besonders für mich sind. 

Mein erstes Zitat stammt aus „Der Glöckner von Notre Dame" und ist mein Vorzeigezitat, wenn es um Aufgaben etc. geht, die Zitate erfordern. Warum das so ist, weiß ich nicht genau. Vielleicht weil es das einzige Buch ist, wo ich das Zitat durch ein Post-It gekennzeichnet habe. Es ist also stets griffbereit, wenn man so will. Das Zitat lautet folgendermaßen:

„Und je blinder diese Leidenschaft, desto zäher ist sie, unerklärlicherweise.
Nie ist sie beständiger, als wenn sie gar keine Daseinsberechtigung hat."

Unerwiderte, schmachtende Liebe als Weisheit verpackt. Besser hätte man diesen Zustand nicht in Worte kleiden können, oder? Gerade diese Schlichtheit und Ehrlichkeit machen, meiner Meinung nach, dieses Zitat zu etwas besonderem.

Ihr werdet's mir sicherlich verzeihen, aber selbstverständlich darf Goethe an dieser Stelle nicht fehlen. Und weil Liebe sich als Thema für ein Zitat besonders gut macht, habe ich mir sofort den Werther geschnappt. Will man etwas über Liebe lesen, ist der Griff zum Werther naheliegend. Seine Emotionalität, obwohl leicht abgehoben, reißt mich doch jedesmal aufs Neue mit. Es dringt mir laut bis ins Ohr, wenn er schrei(b)t:

 „Wilhelm, was ist unserm Herzen die Welt ohne Liebe!" 

Ja, was ist unserm Herzen die Welt ohne Liebe? Nichts. Da könnte auch Wilhelm nur stumm nicken.

Und weil es so gut passt, gleich anschließend und abschließend, zwei Verse aus Goethes Gedicht „Willkommen und Abschied":

„Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
  Und lieben, Götter, welch ein Glück!"

Amen.


Sonntag, 4. September 2016

Zwerghamsterspecial: IKEA Detolf-Vitrine als Hamsterkäfig

Hier hatte ich euch meine kleine neue Mitbewohnerin schon einmal gezeigt und angekündigt, dass ich euch gerne einmal ihren Hamsterkäfig zeigen möchte. Bei diesem handelt es sich nämlich nicht um einen originalen Hamsterkäfig, sondern um eine waagerecht-hingelegte Glasvitrine. Von alleine wäre ich niemals auf die Idee gekommen, eine Vitrine als Käfig zu benutzen, doch in Hamsterforen ist diese Art der Hamsterhaltung schon ein kleiner Renner. 

Doch warum ist eine Detolf-Vitrine als Zwerghamsterkäfig so gut geeignet?

Das liegt vor allem daran, dass selbst Zwerghamstern ein Käfig von mindestens 100cm x 50cm zur Verfügung gestellt werden muss, also eine Grundfläche von 0,5qm. Nimmt man die Detolf Vitrine kommt man auf rund 0,66qm. Wer bereits einen Hamster hatte oder sich dahingehend einmal informiert hat, weiß, wie unglaublich schwer es ist, einen geeigneten Käfig zu finden, der den Mindestmaßen entspricht und gleichzeitig bezahlbar ist. Viele Hamsterhalter setzen daher auch auf Marke Eigenbau, doch gerade, wenn man handwerklich nicht viel Geschick hat, oder Angst hat, etwas falsch zu machen, bietet sich eine Vitrine an, da diese sehr einfach im Zusammenbau ist. Der größte positive Faktor ist vor allem der Kaufpreis: eine Detolf-Vitrine kostet momentan 59 € bei Ikea und ist damit um einiges günstiger als ein „richtiger" Hamsterkäfig. Selbst ein Käfig, der nicht den Mindestmaßen entspricht, kann 100-150 € kosten! Man gibt also fast doppelt oder dreifach so viel Geld aus und kommt trotzdem nicht an die Mindestmaße heran! 

Worauf muss man beim Kauf achten?

Die Höhe der der Vitrine beträgt, wenn sie waagerecht steht, gerade einmal 37 cm. Bei einer Einstreuhöhe von 15-20cm sind es nur noch 17-22cm. Hört sich erst einmal genug an, doch gerade bei größeren Hamstern, sogenannten Mittelhamstern, wozu auch der Goldhamster zählt, muss man gut überlegen, ob die Detolf-Vitrine gut geeignet ist. Hier ist die Ausbruchsgefahr nämlich noch einmal höher. Ich selbst nutze die Detolf-Vitrine für meine Zwerghamsterdame, was ziemlich gut funktioniert. Allerdings habe auch ich mir zwei Holzgitterrahmen gebastelt, um eventuelle Ausbruchsversuche im Keim zu ersticken. Zwar hat sie es bis jetzt noch nicht geschafft, aber es ist doch beruhigend zu wissen, dass wirklich nichts passieren kann. Eine Möglichkeit wäre ein Überbau, der mehr Höhe und Raum nach oben ermöglicht. 
Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Glasfläche gut aufliegt. Viele stellen ihre Vitrine beispielsweise auf ein Kallax-Regal, was sehr gut funktioniert. Ich selbst habe mir einfach eine weiße Holzplatte gekauft, die etwas kürzer ist als die Vitrine. Die Enden der Vitrinen können bzw. sollten ruhig überstehen, damit das Glas aufliegt und nicht durchhängt. 


Die Einrichtung

Kleine Anmerkung vorweg: Der Umbau und/oder die Reinigung kann viel Zeit in Anspruch nehmen. In der Zeit müsst ihr euren Zwerghamster natürlich auch irgendwo unterbringen. Ich habe ein Auslaufgehege gekauft, das ausbruchsicher und damit für solche Zwecke gut geeignet ist. Ausgestattet mit dem richtigen Equipment hält es euer Zwerghamster darin gut aus. 


Jetzt kommt der interessanteste Abschnitt. Das Tolle an Zwerghamstern (und generell Hamstern, aber ich bleibe jetzt beim Zwerghamster) ist ja, dass man ihnen die Käfige wirklich schön und abwechslungsreich einrichten kann. Ich selbst entwickle mich in der Hinsicht stetig weiter, noch ist mein Zwerghamsterkäfig nicht perfekt. Allerdings bedeutet jede Umstellung für die kleinen Zwerghamster Stress, sodass ich bis zum nächsten Umbau noch etwas Zeit vergehen lassen werde. Dennoch denke ich, dass sich mein Käfig durchaus sehen lassen kann. 
Die wichtigsten Einrichtungsgegenstände sind ein Mehrkammernhaus, ein Laufrad, Trinkmöglichkeiten und zu Anfang ein Futternapf, der dann aber im Laufe der Zeit entfernt werden kann. Warum? Erfahrt ihr später. Hinzu kommen noch Versteckmöglichkeiten und Hölzer zum Abnagen. 

Bei meinen Online-Shoppingtouren für Hamsterequipment bin ich über die Rodipet-Röhrensysteme gestolpert und war sofort begeistert. Hier und hier findet ihr Beispiele, wie ihr das Röhrensystem umsetzen könnt. Nun habe auch ich das Röhrensystem endlich eingebaut und es wird fleißig genutzt. Der Einbau war in meinem Fall nicht ganz so einfach wie in den Videos. Dadurch, dass die Röhren ja mit Futter beklebt sind, muss man ganz schön drücken, um sie ineinander zu stecken und gerade die Verbindung zum Bau hat einige Probleme gemacht. Doch mit viel Drehen, Drücken und Wenden hat es letztendlich gut funktionert. Macht es aber nicht so wie ich auf dem Bild und dreht das Loch der langen Verbindungsröhre nach oben. Das wird sonst voll mit Streu bedeckt und nicht jeder Hamster ist so schlau und gräbt sich das Loch wieder frei. In dem Fall muss man selbst graben und das könnt ihr euch von Anfang an sparen, wenn ihr das Loch zur Seite hin neigt. Wie in den Videos habe auch ich den Bau an die Fensterscheibe gemacht, damit ich sehen kann, wenn die Kleine da durch rennt. Als Bau wird das vermutlich aber nie genutzt werden, alleine schon aufgrund der Helligkeit, aber es ist niedlich zu beobachten. Meine Zwerghamsterdame schläft nach wie vor in ihrem Mehrkammernhaus. Wo ein Hamster letztlich schläft, entscheidet der Hamster sowieso selbst. Es kann also gut sein, dass ein Zwerghamster vom Mehrkammernhaus in die Röhren umzieht und es sich da gemütlich macht. 


Wie oben bereits erwähnt, ist jeder Umbau für die Kleinen mit Stress verbunden. Um ihnen die Umstellung zu erleichtern, ist es am besten, nicht die gesamte Streu zu wechseln, sondern etwas alte Streu drin zu lassen. Daher habe ich ihr Haus komplett drin gelassen. Die Streu aus dem restlichen Käfig habe ich für den Umbau rausgenommen, jedoch nicht komplett entfernt. Da sie noch neu war, habe ich lediglich die schmutzige obere Streu entsorgt und den Rest hinterher wieder hineingetan. 


Ein Problem, dass sich bei mir aufgetan hat, war das Laufrad. Da die Höhe im Detolf so gering ist, musste ich eine Lösung finden, die mir erlaubt, meine Gitter oben aufzulegen, ohne, dass ich das Laufrad entfernen muss. Die einzige Möglichkeit bestand darin, dass Laufrad fast auf den Boden des Käfigs zu stellen. Bei einer empfohlenen Einstreuhöhe von 20cm kein leichtes Unterfangen. Daher habe ich eine Seite des Käfigs mit sogenannten Nagerbrücken abgesperrt. Bis zu dieser Holzabsperrung habe ich die Streu hoch eingestreut, darauf folgt dann ihr Sandbad, in dem auch das Laufrad steht. Damit es im Sand nicht untergeht, habe ich es auf ein langes Stück Pappe gestellt, die ich leicht mit Sand überdeckt habe, damit sie nicht mehr zu sehen ist. Funktioniert wunderbar. Im Sandbad steht außerdem ein Haus und sie hat eine Brücke, damit sie problemlos rauskann, auch wenn der Sand mit der Zeit absinkt. In der Regel klettert sie aber am „Zaun" hoch - sie mag es anscheinend etwas komplizierter. Mich stört es nicht, Sport tut ihr gut. Das Häuschen nutzt sie sehr gerne, Versteckmöglichkeiten sind bei Zwerghamstern generell gerne gesehen. Die Granitplatte ist auch im Sommer kalt und soll dem Hamster Kälte spenden, sollte es doch einmal zu heiß werden. 


Nachdem die Einstreu nun neu aufgefüllt und auch das Sandbad fertig war, musste noch der Rest des Käfigs eingerichtet werden. Den Wassernapf habe ich auf das Dach ihres Mehrkammernhauses gestellt. Zum einen muss sie dann nicht weit laufen und die Fläche ist optimal ausgenutzt. Ein weiteren Trinkspender habe ich etwas weiter an die Scheibe geklebt. So hat sie die Wahlmöglichkeit und ich brauche mir keine Sorgen machen, falls eine Option einmal nicht funktionieren sollte (warum auch immer). Als weitere Ausstattung habe ich mir eine Holzröhre, ein Rebenholz und noch einen kleinen „Kletterbaum" besorgt - zum Verstecken und Klettern. Außerdem habe ich ihr aus Holzstäben (die eigentlich zum Nagen gedacht waren, aber sie benutzt sie nicht) ein kleines Viereck gebastelt, das ich mit Heu ausgestopft habe, ebenfalls zum Verstecken gedacht. Als Überstreu habe ich MultiFit-Kräutergarten verwendet. 


Einen Futternapf habe ich nicht mehr. Um meine Zwerghamsterdame zu beschäftigen, verteile und verbuddle ich ihr Futter im gesamten Käfig, damit sie danach suchen muss und auch etwas ausgelastet ist. Manchmal wickle ich auch etwas Futter in ein Blatt Toilettenpapier ein. Dann muss sie auch ein wenig Kraft und Intelligenz anwenden, um da ranzukommen. Am Anfang hat sie es noch nicht ganz kapiert, aber mittlerweile weiß sie, was das Toilettenpapier bedeutet. Toilettenpapier ist bei Hamstern übrigens bezüglich des Nestbaus sehr beliebt. Meine hat sich damit ein richtiges Nest gebaut. Dazu habe ich Toilettenpapier in kleine Schnipsel gerissen und im ganzen Käfig verstreut. Es ist wirklich putzig, dabei zuzusehen, wie sie emsig sie es einsammeln.  


Insgesamt finde ich meinen Käfig zwar noch etwas zu leer, doch aufgrund der Löcher im Boden muss ich gut aufpassen, wo ich was hinstelle. Dennoch bin ich alles in allem recht zufrieden und denke, dass meine Kleine es doch ganz gut in ihrem Käfig hat.

Donnerstag, 1. September 2016

Ausmistaktion zum Monatsanfang

Diesmal gibt es keinen Monatsrückblick denn Tatsache ist, dass ich wieder nichts gelesen habe. Dafür habe ich endlich einmal mein Bücherregal aussortiert. Ich dachte ja eigentlich, dass ich nichts in meinem Regal hätte, was sich zum Aussortieren eignet, weil ich jedes Buch ja „irgendwann noch einmal gebrauchen könnte". Nun, ein ehrlicher Blick zurück machte mir deutlich, dass ich keines der Bücher in den ganzen letzten Jahren überhaupt (noch einmal) zur Hand genommen habe. Da ich aber Geld immer ganz gut gebrauchen kann, habe ich nun den Enschluss gefasst, meine Bücher bei Momox zu verkaufen. Klar, die bieten für manche Bücher zwar nur 15 Cent, aber bevor ich meine Bücher auf einem Flohmarkt oder übers Internet verkauft bekommen hätte, wären wohl Jahre ins Land gezogen. So lange will ich nicht warten. Daher müssen nächste Woche alle Bücher weg!
Falls ihr auf dem Bild aber doch ein Buch entdecken solltet, könnt ihr es natürlich trotzdem erwerben, insofern ihr die Versandosten tragt und mir ein besseres Angebot als Momox machen könnt. ;)


15 Bücher sind zwar zunächst nicht viel, aber ein bisschen Platz ist jetzt wieder da und das freut mich ungemein. Zudem ist mein Sachbuch-SuB mal eben um 6 Bücher geschrumpft, was mich ebenfalls sehr glücklich macht. Dass ich mich momentan so gut von den Büchern trennen kann, liegt wohl auch daran, dass ich zurzeit nichts lese. So praktisch kann eine Leseflaute sein!

Gedanken habe ich mir übrigens nicht nur über mein Bücherregal gemacht, sondern auch über (wer hätt's gedacht?!) über meinen Blog. Ehrlich gesagt war ich schon kurz davor, wieder eine Pause auf unbestimmte Zeit anzukündigen, doch irgendwie konnte ich den Post dann doch nicht veröffentlichen. Es nervt mich sehr, dass ich so unregelmäßig blogge, aber in diesem Jahr (ja, man kann schon vom ganzen Jahr sprechen, denke ich) ist irgendwie der Wurm drin. Mittlerweile erwartet aber wohl kaum noch jemand regelmäßige Beiträge, deshalb lasse ich meinen Blog erst einmal so weiterlaufen. Ich hoffe, dass ich bis Ende des Jahres eine Entscheidung getroffen habe, ob und wie es hier weitergeht. Vermutlich komme ich nicht darum herum, endlich einmal ein ordentliches Konzept auf die Beine zu stellen. Doch noch gibt es andere Dinge in meinem Leben, die meine Aufmerksamkeit erfordern. Ich hoffe, dass ihr mir dieses schludrige Blogjahr nicht übel nehmt. Nur leider lässt sich wenig schreiben, wenn man nicht liest und zudem sind Bücher auf meiner Prioritätenliste deutlich nach unten gerutscht. Mal sehen, wann sich das wieder ändert. Bis dahin wird es wohl leider so weiterlaufen wie bisher. Da möchte ich keine falschen Versprechungen machen. 

So, ansonsten hoffe ich, dass ihr das schöne Wetter ordentlich genießt! Ich sitze gerade auf dem Balkon und prokrastiniere ein bisschen. 3 Hausarbeiten warten darauf, geschrieben zu werden, und ich habe noch nicht einmal eine fertig. Aber ich kenne das ja gar nicht anders.

Dienstag, 16. August 2016

Semesterferien-Projekt 5 Bücher

Angeregt durch Sophie von VersTand.Booktube und ihrer „Leseliste für die Semesterferien" habe ich mir nun auch eine ebensolche Liste erstellt. Sophie hat ihre Bücher tatsächlich blind gezogen, ich jedoch schummle ein wenig und umgehe das Risiko eines Fehlgriffs, indem ich aus meinem (langsam übermächtig werdenden) SuB die Bücher auswähle, auf die ich derzeit am meisten Lust habe bzw. die ich gerne lesen möchte. Ich erhoffe mir dadurch, nicht nur mehr zu lesen, sondern auch meinen SuB ein klein wenig abzubauen, nachdem mein Stapel Ausmaße annimmt, die nicht mehr feierlich sind. Verbinden möchte ich das ganze mit einem Buchkaufverbot, sodass es sich bei meinem „Semesterferien-Projekt" quasi um eine Verschmelzung von Sophies Leseliste und dem allseits bekannten "Project 10 Books" handelt, das ich jedoch in ein "Project 5 Books" reduziere.

In der Zeit ab jetzt bis zum Semesterferienende (17.10.) möchte ich also die nachfolgenden 5 Bücher gelesen haben und in der Zeit auch keine Bücher kaufen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, deshalb komme auch ich da nicht drum herum:

- Unibücher darf ich kaufen, denn da habe ich keine andere Wahl
- Auf geschenkte Bücher habe ich ebenfalls keinen Einfluss, deshalb sind auch die erlaubt
- Geliehene Bücher zählen nicht zum SuB, deshalb sind diese ebenfalls erlaubt
- Im Urlaub Bücher kaufen ist erlaubt, weil das ja nicht wiederholt werden kann 

Erlaubt ist es natürlich auch, zwischendrin andere Bücher zu lesen, wenn mir der Sinn danach steht. Ich werde auch versuchen, die Ausnahmen hoffentlich gar nicht erst zur Anwendung kommen zu lassen und werde euch dahingehend natürlich auch auf dem Laufenden halten. Jetzt aber erst einmal die Bücher:

Da ich bereits mit „The Emperor Commodus" von John S. McHugh begonnen habe und das sicher ziemlich langwierig wird, setze ich dieses Buch ganz oben auf die Liste. Bis jetzt ist es sehr interessant, aber da es auf Englisch ist, ist es wirklich nicht einfach zu lesen. Trotzdem möchte ich es gerne bis Mitte Oktober zuende gelesen haben.


Das zweite Buch auf meiner Liste ist "Der scharlachrote Buchstabe" von Nathaniel Hawthorne. Schon seit einer Ewigkeit will ich dieses Buch lesen und nachdem ich es nun vor Kurzem auf einem Flohmarkt ergattern konnte, wird es auch Zeit, dass ich es lese.


Das dritte Buch ist "Götz von Berlichingen" von Johann Wolfgang von Goethe. Denn mal ehrlich, was wäre eine von mir erstellte Leseliste ohne Goethe? Richtig, unvollständig. Ich hatte kurz überlegt, die „Wanderjahre" zu nehmen, aber bei meinem momentanen Lesetempo wäre das echt ambitioniert.


Als viertes kommt "Don Juan im Fegefeuer und andere Novellen" von Prosper Mérimée auf die Liste. Ein für mich gänzlich unbekannter Autor. Die Neugier ist daher umso größer und ich bin gespannt, welchen Eindruck er auf mich machen wird.


Als fünftes und letztes wähle ich wieder ein Sachbuch, nämlich "Das Gehirn in 30 Sekunden" von Anil Seth. Dieses Buch soll etwas Abwechslung mit reinbringen. Nicht nur, weil es sich um ein Sachbuch handelt, sondern auch aufgrund der Thematik.


Es ist eine ziemlich bunte Mischung herausgekommen, die theoretisch durchaus machbar ist. Mal sehen, vielleicht bietet sich zwischendrin ja auch mal ein Lesetag an. Da würde ich euch aber rechtzeitig Bescheid geben, wenn sich bei mir ein Zeitfenster öffnet.

Habt ihr auch Lust mitzumachen und euch selbst eine Liste zu erstellen? Sophie hat bestimmt nichts dagegen, wenn ihre Idee hinaus in die Welt getragen wird. ;D